BEgleitprogramm für Bildungsinstitutionen zur Ausstellung OFF – Poems of Unrest
Was passiert, wenn der Ort, der Schutz verspricht, plötzlich Angst auslöst? Wenn das Vertraute fremd wird und Sicherheit ins Wanken gerät? Wenn der eigene Körper auf einmal keine Sicherheit mehr bietet?
Die Werke der Ausstellung „Poems of Unrest“ setzen sich mit Gewalt, Marginalisierung und Traumata auseinander und stellen Fragen nach Körper, Identität und Zugehörigkeit.
Im Rahmen unserer Bildungsprogramme greifen wir diese Themen zum Teil auf. Dabei liegt es im Ermessen der jeweiligen Lehrkräfte, ob und in welcher Form sich die Inhalte für ihre Lerngruppe eignen. Bei Fragen zu den konkreten Inhalten stehen wir Ihnen jederzeit gerne für ein persönliches Gespräch zur Verfügung.
Sollte ein Workshop für Ihre Gruppe inhaltlich besonders relevant und sinnvoll erscheinen, auch wenn die Gruppe nicht der ursprünglich empfohlenen Altersgruppe entspricht, können wir dies nach Absprache gerne individuell anpassen.
Grundschule 1. & 2. Klasse: Auf die Monster – fertig – los!
Manche Monster haben gruselige Augen, andere krallenartige Hände und einige sind komplett unsichtbar! Monster begegnen uns in Märchen, Filmen, Büchern oder unter dem Bett. Früher sollten Monster Angst machen, heute erleben wir sie oft als sympathische Held:innen oder lustige Figuren in Filmen und Geschichten.
Gemeinsam schauen wir uns die textilen Figuren der Künstlerin Boglárka Dankó an und entdecken Vampire, Werwölfe und Hexen. Was macht diese Wesen gruselig? Und warum sehen Monster heute oft ganz anders aus als früher? Dabei geht es auch um uns selbst: Wie fühlt sich Angst im Körper an? Und warum haben wir manchmal Angst vor Dingen, die wir nicht kennen oder nicht ganz verstehen?
Im Gespräch und in kleinen Bewegungsübungen erforschen wir, wie sich Monster bewegen, klingen und wirken – und was uns hilft, wenn wir uns unsicher fühlen.
Danach gestalten wir aus Stofffetzen, Styroporkugeln, Pfeifenreinigern und anderen Materialien unser persönliches, furchteinflößendes Schutzmonster, das alle anderen Monster verjagt.
Dauer: 120 Minuten, Kosten: 80€
Grundschule 3. & 4. Klasse und Sek I 5. & 6. Klasse
Beschreibung folgt
Projekttag Sek I 7. – 10. Klasse
Beschreibung folgt
Sek II: Who cares?! Performance-Workshop zu Fürsorge, Macht und Sicherheit
Fürsorge betrifft alle. Dennoch ist Care-Arbeit noch immer ungleich verteilt. Zuhören, Organisieren, Pflegen, Trösten, Planen, Kümmern: All das bleibt oft unsichtbar, ist unbezahlt und wird noch immer überwiegend von FLINTA*-Personen übernommen. So verbringen zum Beispiel Mütter laut Statistischem Bundesamt täglich durchschnittlich 332 Minuten mit unbezahlter Arbeit – und Väter 283 Minuten.
In diesem Workshop werfen wir einen besonderen Blick auf die Performance-Arbeiten der Künstler:innen Ingela Ihrman, Robert Gabris und Szonja Koltay. Aus feministischer Perspektive fragen wir, wie Geschlechterrollen unsere Vorstellungen von Fürsorge, Verantwortung und Sicherheit prägen. Denn wer hat eigentlich beschlossen, dass Fürsorge weiblich und Unabhängigkeit männlich sein soll? Und was hat das mit dem Gender Pay Gap zu tun, also damit, dass Frauen im Durchschnitt weniger verdienen als Männer?
Mit spielerischen Übungen nähern wir uns der sogenannten Performance-Art und entwickeln anschließend eigene Performances zum Thema Care-Arbeit. Dabei machen wir Unsichtbares sichtbar und entwerfen gemeinsam Utopien: Wie sähe eine Gesellschaft aus, in der Fürsorge gerechter verteilt ist? Und welche Formen von Sicherheit entstehen, wenn Care-Arbeit in Alltag, Beziehungen und im Zusammenleben gemeinsam getragen wird?
FLINTA* steht für Frauen, Lesben, Inter Menschen, Nichtbinäre Menschen, Trans Menschen, Agender Menschen.
Dauer: 120 Minuten, Kosten: 80€
Ansprechpersonen aus dem Team Bildung und Vermittlung
Lisa Bellmann und Franziska de Vries
Telefon: 0441 235-3403
E-Mail: museumsvermittlung@stadt-oldenburg.de
Medien(Kunst)Vermittlung im Haus für Medienkunst
Das Haus für Medienkunst Oldenburg initiiert medien(kunst)pädagogisches Programme, in denen Kinder, Jugendliche und Erwachsene künstlerische(s) Arbeiten mit analogen und digitalen Medien kennenlernen können. Gleichzeitig zielt das Programm darauf ab, ein Netzwerk aus Medienkünstler*innen und -pädagog*innen, Lehrenden, Hochschulen sowie wissenschaftlichen und kulturellen Institutionen zu gründen, um gemeinsam Konzepte für eine künstlerisch-pädagogische Praxis mit Medien zu entwickeln. Diese werden vorrangig in Anbindung an die Ausstellungen und Veranstaltungen des Hauses für Medienkunst, seltener auch in mobilen Einsätzen in Schulen und ähnlichen Einrichtungen realisiert.
Medienkompetenz gilt als Schlüsselqualifikation der zukünftigen Wissensgesellschaft. Mit dem Ausbau der medien(kunst)pädagogischen Angebote soll Menschen die unterschiedlichen Formen und Auswirkungen von Medien zugänglich gemacht werden. Im Gespräch über Medienkunst und in Projekten lernen sie die Strategien und Chiffren einer überwiegend kommerziell geprägten Medienwelt besser verstehen und aktiv gestalten. Wesentlicher Bestandteil des Vermittlungsprogramms ist die praktische Auseinandersetzung der Teilnehmenden mit den Neuen Medien. Kreativität und „vernetzendes Denken“ werden als Strategien für die Lösung komplexer Probleme gehandelt. Die pädagogischen Angebote zielen auf soziales Lernen sowie auf die Vermittlung von konzeptionellen und formal-ästhetischen Kenntnissen und kritischem Denken.
Das Bildungsprogramm des Hauses für Medienkunst wird von Jan Blum und Sandrine Teuber gestaltet. Wenn Sie sich für das Programm interessieren oder einen Workshop buchen möchten, bitte wenden Sie sich an
museumsvermittlung(at)stadt-oldenburg.de