Mit Werken von Woojin Kim, Hanurij Lee & Joonghyun Lee
Das Konzert widmet sich feinen Verschiebungen, unsichtbaren Abständen und Veränderungen, die sich oft unbemerkt in unserem Alltag vollziehen. Woojin Kims (*1993) Der Abstand I & II thematisiert die Distanz zwischen Wirklichkeit und Religion sowie das Spannungsfeld zwischen digitalen Plattformen und ihren Nutzenden. In Si-na-bro I & II richtet sich der Blick auf Veränderungen, die langsam und beinahe unmerklich geschehen – auf Erinnerungen, Stille und die Frage, was sich in einer zunehmend digital geprägten Welt verändert. Joonghyun Lees (*2000) The smell of death and Italian food is in the air! verbindet schließlich Internetfundstück, Vorstellung und eine Prise schwarzen Humors. Ein Konzert über das, was zwischen den Dingen liegt – und über Veränderungen, die vielleicht längst begonnen haben, bevor wir sie bemerken.
Die Komponisten reagieren mit ihren Werken auf die ausgestellten Arbeiten der Künstlerinnen Yehwan Song und Kwang-ju Son.
Nach dem Konzert wird Woojin Kim für ein Gespräch bereitstehen.
Woojin Kim – Der Abstand I & II
„Abstand“ bezeichnet den Zwischenraum zwischen zwei Dingen. In Der Abstand I geht es um die Distanz zwischen unserer gelebten Wirklichkeit und der Religion, in Der Abstand II um die Beziehung zwischen den Anbietern digitaler Plattformen und ihren Nutzenden. Zu Beginn erinnern leere Geräusche und kurze Effektsignale an Datenströme, Buffering und unsichtbaren Code. Violine und Blockflöte nähern sich zunächst an und tauschen Motive aus, entfernen sich jedoch zunehmend voneinander. Das Stück thematisiert dabei die scheinbare Freiheit digitaler Plattformen, deren Auswahlmöglichkeiten zugleich den Weg der Nutzenden lenken.
Woojin Kim – Si-na-bro I
„Si-na-bro“ ist ein koreanischer Ausdruck für eine Veränderung, die sich langsam und beinahe unbemerkt vollzieht. Si-na-bro I richtet den Blick auf eine vergangene Zeit, bevor die Online-Gesellschaft und Bildschirme unseren Alltag bestimmten – auf die Sehnsucht nach Bildern und Erfahrungen, die heute nicht mehr in derselben Weise möglich sind.
Woojin Kim – Si-na-bro II
In „Si-na-bro II“ geht es um Bewegungen, die sich innerhalb der Stille allmählich verändern. Veränderung geschieht nicht immer plötzlich, sondern nähert sich leise und hinterlässt Schritt für Schritt eine tiefe Spur. Auch dort, wo scheinbar Stillstand herrscht, bleibt innerlich nichts unverändert.
Joonghyun Lee – „the smell of death and italian food is in the air!“
„The smell of death and Italian food is in the air!“ – Dieser Satz, den jemand irgendwo im Internet schrieb, ist Joonghyun Lee im Gedächtnis geblieben. Wie mögen sie riechen? „Quite fresh, I would assume.“
Programm
Joonghyun Lee: „the smell of death and italian cuisines I“ for two violins (ca 7´00)
Woojin Kim: „Der Abstand I“ für zwei Violinen (ca 7´12)
Hanurij Lee: „Song“ for recorder quartet (ca 2´00)
Woojin Kim: „Si-na-bro I – Bronze Moment” für vier Blockflöten (ca 2´50)
Woojin Kim: „Der Abstand II“ für Altflöte und Violine (ca 6’00)
Joonghyun Lee: „the smell of death and italian cuisine II“ for alto recorder and violin (ca 6’00)
Prelude – „Si-na-bro II – Breath of Stillness” Woojin Kim (ca 7´00)
Interlude – Hanurij Lee (ca 2´00)
Postlude – „Klage” Joonghyun Lee (ca 3´00) for recorder quartet and 2 violins
Mitwirkende:
ViolinDuo Kana Sugimura/Lisa Werhahn
Blockflöten Quartett am Bremer Dom: Annette John, Angelika Köhn, Nina Riegler, Tanja Ofterdinger
